FAWZ wird Teil der AcadeMedia AB

Mit einem starken Partner in die Zukunft: FAWZ gGmbH ist jüngster Zuwachs der schwedischen Bildungsgruppe AcadeMedia AB!

Es war kein leichter Start in den Tag, als Kirsten Schmitt und Thomas Enkelmann am 8. November 2022 Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verkündeten, dass Sie nach 23, bzw. 21 Jahren, die Geschäftsführung der FAWZ gGmbH abgeben. Über die Zeit sind aus Kollegen treue Weggefährten geworden und gemeinsam hat man Höhen, aber auch Tiefen gemeistert. Das schweißt zusammen und so ist es kaum verwunderlich, dass in mehr als nur einem Auge ein Tränchen glitzerte.

Mit dieser Entscheidung endet eine Ära, doch zugleich ist es der Beginn von etwas Neuem, etwas Großem. Die FAWZ gGmbH ist fortan Teil der AcadeMedia, einem der größten Bildungsanbieter Skandinaviens. Bisher betreibt das Unternehmen in Deutschland 80 Kindertageseinrichtungen in 6 Bundesländern.

Die Geschicke der FAWZ gGmbH wird künftig Daniel Frech als neuer Geschäftsführer leiten. Er ist in Personalunion auch der CEO der deutschen Konzerntochter des schwedischen Mutterhauses im Bildungsbereich. Herr Frech ist ein „alter Hase“ auf dem Gebiet, er war als Verbandsgeschäftsführer im VDP (Verband Deutscher Privatschulen) für einige Landesverbände tätig, hat eigene Bildungseinrichtungen gegründet und in bundesweit agierenden Bildungsunternehmen diverse Managementpositionen bekleidet. Seit dem Jahr 2008 hat er sich auf die Entwicklung und Förderung von Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft spezialisiert.

Kirsten Schmitt und Thomas Enkelmann bleiben der FAWZ durch ihren Einsatz im neugegründeten ehrenamtlichen Unternehmensbeirat weiterhin dem Unternehmen verbunden. Beide freuen sich, in Daniel Frech und der AcadeMedia innovative Zukunftsgestalter für die FAWZ gGmbH gefunden zu haben.

Der September endet mit einer Premiere

Im Rückblick auf die vergangenen Jahre und vorausschauend auf das Lernen in der nahen und mittleren Zukunft hat der Grundschulverband „Anforderungen an eine zukunftsfähige Grundschule“ formuliert. Darin wird festgestellt: Die Schule der Zukunft muss eine Schule der allseitigen Bildung und des gemeinsamen Lernens für alle Kinder sein, aber zugleich auch eine demokratische Schule, ein Ort der Lebens- und Lernfreude und eine Schule, die Leistungen würdigt und fördert. (Quelle: Grundschulverband)

Doch was bedeutet das konkret? Viele gebildete Menschen formulieren die Ansprüche, die an die Schule von heute gestellt werden. Die Erwachsenen zerbrechen sich den Kopf darüber, wo, wie, was und wann Schule sein soll. Es wird viel geredet, doch ist es nicht an der Zeit zuzuhören?

Als freier Bildungsträger ist es umso mehr unsere Aufgabe, Schule so zu gestalten, dass sie für unsere Kinder und Jugendlichen jederzeit das Bestmögliche bereithält. Dabei gilt es, den Spagat zwischen den Vorgaben des Ministeriums und den Wünschen und Bedürfnissen unserer Kinder zu meistern.


Wir geben unseren Kindern eine Stimme

Kinder haben das Recht, sich an den Themen zu beteiligen, die sie betreffen. Unter dem Motto “So wollen wir morgen lernen – Jetzt reden wir!“ haben wir Schülerinnen und Schüler aus unseren Montessori Grundschulen in Hangelsberg und Königs Wusterhausen und die Vorschulkinder unseres Montessori Kinderhauses zur 1. Konferenz der Kinder der FAWZ gGmbH geladen.

Unter der organisatorischen Leitung von Marion Micheel, Referentin für Schulentwicklung und -qualität, fanden sich am 30. September knapp 60 Kinder aus drei Einrichtungen der FAWZ gGmbH in der Müggelspreehalle in Hangelsberg ein. In verschiedenen Workshops konnten unsere kleinen und schon etwas größeren Experten spielerisch, kreativ und aktiv ihre Gedanken zum Thema Schule und Lernen zum Ausdruck bringen.

Unterstützt wurden sie dabei von Pädagoginnen und Pädagogen aus ihren eigenen Einrichtungen, einem Lehrer unserer Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe Woltersdorf, einer Lehrerin unserer Beruflichen Schule Paula Fürst und einer Schülerin unserer Freien Montessori Oberschule Hangelsberg. Begleitet wurden die verschiedenen Workshops von geladenen Gästen, unter ihnen Daniel Geithe, Gemeindevertreter in Grünheide (Mark), Manja Kirstein, Personalreferentin der FAWZ gGmbH, Elske Hildebrandt, SPD-Landtagsabgeordnete in Brandenburg und Thomas Enkelmann, Geschäftsführer der FAWZ gGmbH.


Die Workshops im Kurzportrait

Die Teilnahme der Vorschulkinder des Kinderhauses war eine kleine Besonderheit. Sie besuchen die Schule noch nicht, aber als nächste Generation sollten sie ebenfalls gehört werden. In den Wochen vor der Konferenz besuchte Lucia Gründer, unsere 10.-Klässlerin aus Hangelsberg, die Kinder regelmäßig mit ihrer Hündin Mayla. Sie zeigte den Kindern auf spielerische Art und Weise, unter anderem mit Hilfe von Legekarten, wie man sich einem Hund gegenüber verhält, was er fressen darf, wie die Körperteile des Hundes heißen und wozu sie diese benutzen. Die Kinder staunten, dass Hunde auch lernfähig sind und ihnen z.B. verschiedene Kommandos und Tricks beigebracht werden können. Am Tag der Konferenz war der große Moment für die Kleinen gekommen. Nach ein paar Übungen zum Warmmachen, war es an der Zeit zu zeigen, was jeder gelernt hatte. In einer kleinen Prüfung beantworteten die Kinder jeweils eine Frage rund um den Hund und führten mit Mayla 2 Kommandos durch. Alle Kinder erhielten am Ende von Lucia den Hundeführerschein, als Beweis für ihre super Leistungen.

Im Workshop von Heike Woitke (Lehrerin an der Freien Montessori Grundschule Hangelsberg) ging es um die Wünsche unserer Kinder. Zur Veranschaulichung bastelten die Schülerinnen und Schüler aus Hangelsberg und Königs Wusterhausen gemeinsam Wunschfänger, also wie Traumfänger, nur, dass sie Wünsche einfangen und festhalten. Fleißig wurde Wolle um Holzrahmen gespannt, verziert mit Perlen und Federn, jeder wie er mochte. Auf kleine Holzscheiben wurden die Wünsche der Kinder niedergeschrieben und mittels Wolle in den Wunschfänger eingearbeitet. Das war alles gar nicht so einfach und verlangte den Kindern einiges an Fertigkeiten ab. Umso erfreulicher war die Erkenntnis, die die Kinder daraus gewonnen haben. Sie waren sich alle einig, dass man, bloß weil man etwas noch nicht kann, nicht gleich aufgeben darf: Immer einen Schritt nach dem anderen, erstmal anfangen und sich überraschen lassen, was alles möglich ist.

Kreativ ging es auch bei Ulrike Stolte (Lehrerin an der Beruflichen Schule Paula Fürst) zu. Sie hatte für Ihren Workshop allerhand eingepackt, um mit den Kindern eine Schule zu bauen, so wie sie sich diese vorstellten. Aus Eierpappen, Styroporbällen, Tannenzapfen, Kastanien, Holz und vielen weiteren Materialien entstanden in knapp 2,5 Stunden ein von den Schülerinnen und Schülern gestalteter Schulhof mit vielen Spielgeräten und einem Streichelzoo, ein schwebendes Klassenzimmer in den Bäumen und ein Outdoor-Klassenzimmer. Der Wunsch nach mehr Unterricht außerhalb des eigenen Klassenzimmers kam dabei deutlich hervor – es zieht unsere Kinder raus in die Natur zum Lernen. Ein weiterer Wunsch, den uns die Kinder während der Präsentation ihrer Arbeiten verraten haben, waren digitalere Schulen. Naturverbundenheit und Digitalisierung scheinen sich nicht gegenseitig auszuschließen. Die Aufgabe muss es also sein, zwei so unterschiedliche und scheinbar gegensätzliche Bausteine zu kombinieren, um die Kinder in allen Bereichen abzuholen. 

Bei Monika Mittelstaedt-Wenzel (Lehrerin an der Montessori Grundschule Königs Wusterhausen) stand die Debatte im Fokus. Ein Wimmelbild zeigte verschiedene Situationen, wie sie in einer Stadt passieren können: ein falsch parkendes Auto, welsches die Straße blockiert; Jugendliche, die auf dem Spielplatz rauchen; eine Demonstration, aufgrund derer eine Umleitung eingerichtet wurde. Die Schülerinnen und Schüler beider Grundschulen studierten das Wimmelbild sehr genau und schrieben auf, was sie an diesen und vielen weiteren Situationen stört. In angeregten Gesprächen suchten die Kinder nach Möglichkeiten, wie sie bestimmte Dinge ändern können und lernten, von wem sie Hilfe bekommen. Das Planspiel hat damit weit über die Schule hinausgewirkt, aber es ist den Kindern sehr gut gelungen, das große Ganze auf den Lebensraum Schule umzumünzen. Unsere Schülerinnen und Schüler wünschen sich mehr Raum zum Reden und Diskutieren im Unterricht. Sie haben gelernt, dass es wichtig ist, sich eine eigene Meinung zu bilden und diese auch auszusprechen. Dabei hilft Streit niemandem, sondern nur die Suche nach der Ursache und der Wille, Lösungen zu finden.

Christian Schmitt (Lehrer an der Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe Woltersdorf) eröffnete den Schülerinnen und Schülern aus Hangelsberg und Königs Wusterhausen einen ganz anderen Weg des Ausdrucks. Mittels Musik ermutigte er die Kinder, ihre Wünsche in Worte zu fassen. Es wurde gebrainstormt, was das Zeug hält – herausgekommen ist das Lied „Liebe Schule“, welches sie zum Abschluss der Workshop-Präsentationen zum Besten gaben. Begleitet von Gitarre, Trompete, Melodika, Trommel und Klangstäben sangen die Kinder gemeinsam mit Christian über ihre „Liebe Schule“, was ihnen gefällt, aber eben auch über die Dinge, die sie nicht so toll finden oder ihnen fehlen. Kritik, egal ob positiv oder negativ, lässt sich auf viele Arten äußern. Den richtigen Weg muss jeder für sich selbst finden. Wichtig ist es, zu wissen, dass man eine Stimme hat, und wir legen auf die Stimme eines jeden einzelnen Kindes Wert.


Gemeinsam können wir alles meistern

„Ohne viele fleißige Hände wäre diese 1. Konferenz der Kinder nicht möglich gewesen. Deshalb gilt unser Dank nicht nur den Workshopleitern und Mitarbeitern der teilnehmenden Einrichtungen, sondern auch den Schülerinnen und Schülern des 3. Ausbildungsjahres der Erzieher und Sozialassistenten unserer Beruflichen Schule Paula Fürst. Sie haben beim Einlass und der Dokumentation der Konferenz unterstützt, vor der Veranstaltung mit den Kindern gebastelt, unserem Maskottchen FAWI Leben eingehaucht und mit den Kindern in den Workshops gearbeitet. Das Team unserer Marketing-Abteilung war von Beginn an in die Planung involviert und hat auch am Tag der Konferenz selbst, vom Aufbau über die Dekoration bis hin zur letzten Zuckerwatte, einen großartigen Job gemacht. Nicht zu vergessen unsere Azubis aus Fürstenwalde, ohne die so mancher Handgriff ein echter Kraftakt geworden wäre. Zu guter Letzt danken wir Lutz Kusig von der Freien Montessori Oberschule Hangelsberg und seinen Schülern, die uns zur Mittagszeit mit Bratwürsten und Hot Dogs versorgt haben.

Wir blicken gespannt auf die Entwicklungen in der Zukunft und wie sich die Wünsche unserer Kinder umsetzen lassen, denn die uns gestellten Aufgaben haben es in sich. Nicht alles wird realisierbar sein, aber irgendwo zwischen dem grüneren Klassenzimmer, dem aktiveren Unterricht, geduldigeren Lehrern, einem Schul-Haustier sowie längeren Pausenzeiten und späteren Schulanfängen werden wir Wege finden, noch besser auf die Wünsche unserer Schülerinnen und Schüler einzugehen.“

Diversität. Flexibilität. Mobilität.

Wir freuen uns sehr, dass wir mit Hilfe des Ganztagsbeschleunigungsprogramms für Grundschulen des Landes Brandenburg die Bildungs- und Betreuungsangebote im Rahmen des Ganztagskonzeptes unserer Grundschulen qualitativ weiterentwickeln können.

Für unsere Freie Montessori Grundschule Hangelsberg konnten unter anderem Gartenlern- und Pausenpavillons angeschafft werden. Diese bieten den Schülerinnen und Schülern eine willkommene Abwechslung als Spiel- und Arbeitsort im Freien. Für den sportlichen Ausgleich neben der Schule und den Lernphasen gibt es neue Bodentrampoline und eine weitere Tischtennisplatte.

Unsere Montessori Grundschule Königs Wusterhausen nutzt das Förderprogramm zur Unterstützung des Schwerpunktes „Bewegte Schule“. So wurden Flugringe, Schwungtücher, Trampoline und ein Kin-Ball angeschafft. Die Kinder können ihre motorischen Fähigkeiten, Geschicklichkeit und Ausdauer sowie Kraft und Schnelligkeit auf spielerische Art und Weise erproben und verbessern. Kinderfahrzeuge unterschiedlichster Art sollen die Koordinationsfähigkeit herausfordern und stärken und eine Vielzahl von Bewegungsformen (balancieren, ziehen, schieben u.v.m.) trainieren. Ein mobiler Street Soccer-Court und eine transportable Minigolf-Anlage sorgen für Spaß und fördern ganz nebenbei spielerisch den Ausbau sozialer Kompetenzen und die Teamfähigkeit.

Neben der Anschaffung von Mobiliar sowie Spiel- und Sportgeräten dürfen sich beide Schulen freuen, dass zukünftig Exkursionen leichter zu organisieren sind. Viele Angebote konnten bisher aufgrund der Mobilität nur eingeschränkt genutzt werden. Im Rahmen des Ganztagsbeschleunigungsprogramms wurden vier Kleinbusse gekauft. So können sich unsere Schulen noch besser mit Kooperationspartnern vernetzen. Das ermöglicht es, die Gruppenangebote noch attraktiver zu gestalten und den Schülerinnen und Schülern größtmögliche Vielfalt im Ganztag zu bieten. Unsere Freie Montessori Grundschule Hangelsberg hat die neuen Fahrzeuge bereits im Einsatz gehabt. Mit der kompletten 4. Jahrgangsstufe ging es zum Brandenburgischen Staatsorchester nach Frankfurt/Oder. Dort durften sie an einer Konzertprobe teilnehmen.

Zukunft des Schulcampus Königs Wusterhausen gesichert

Unsere Schulen sind nicht nur Lern- sondern auch Lebensort für unsere Kinder und Jugendlichen.  

Im Jahr 2020 wurde bekannt, dass der Schulcampus Königs Wusterhausen der FAWZ gGmbH ein neues Zuhause braucht. Der Grund: Die Stadt Königs Wusterhausen kündigte den Mietvertrag mit dem Schulträger, der Fürstenwalder Aus- und Weiterbildungszentrum gGmbH.

In den letzten Monaten gab es einen intensiven und positiven Austausch zwischen dem Träger und der jetzigen Stadtverwaltung und nach fast 2 Jahren der Ungewissheit steht nun fest: Die Montessori Grundschule und die Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe bleiben am Standort Königs Wusterhausen.

„Wir möchten uns bei allen bedanken, die uns in dieser Zeit unterstützt haben. Lehrer, Eltern, Schülerinnen und Schüler haben sich immer wieder stark gemacht und für den Erhalt ihrer Schulen eingesetzt. Aus unzähligen Richtungen gab es Bemühungen Alternativstandorte für unsere Schulen zu finden. Letztlich haben wir mit der Stadt Königs Wusterhausen einen gemeinsamen Weg in die Zukunft gefunden. Mit der Unterstützung von Politik und Rathaus können wir den Schulcampus Königs Wusterhausen erhalten und langfristig den Standort noch attraktiver gestalten.“

Thomas Enkelmann – Geschäftsführer der
Fürstenwalder Aus- und Weiterbildungszentrum gGmbH

Ausbildung, Studium oder doch Beides?

Seit fast 20 Jahren bildet unsere Berufliche Schule Paula Fürst junge Menschen der Region vollzeitschulisch aus. Dabei immer im Blick: Berufe mit Zukunft!

Der Erzieher zählt zu den beliebtesten Berufen im Sozialwesen. Unsere Berufliche Schule Paula Fürst bietet Dir eine einzigartige Ausbildungskombination in dem Bereich an. Durch die Spezialisierung Montessori-Pädagogik oder Erlebnis-Pädagogik erwirbst Du parallel zu deinem Abschluss als „Staatlich anerkannter Erzieher“ Deine erste Zusatz-Qualifikation.

„Wir verfolgen aktuelle Entwicklungen und Trends auf dem Arbeitsmarkt, um Dir eine qualitativ hochwertige und zukunftsorientierte Ausbildung bieten zu können. Heute sind wir nicht mehr nur eine Fach- und Berufsfachschule, sondern auch ein Fernstudienzentrum.“

Seit Oktober 2021 gibt es eine weitere Besonderheit: Die Kombination von Ausbildung und Studium. Eine Kooperation mit der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) ermöglicht es Dir parallel zur Erzieher-Ausbildung den Fernstudiengang B.A. Sozialpädagogik und Management zu belegen. In nur 4 Jahren erlangst Du 3 Abschlüsse.

Weitere Informationen zu den Ausbildungen und den Studienmodellen gibt es unter www.ausbildung-fuerstenwalde.de.

30 Jahre Fürstenwalder Aus- und Weiterbildungszentrum

Bildung. Wissen. Zukunft.

Lange hatten wir warten müssen auf diesen Tag – ein ganzes halbes Jahr um genau zu sein. Am 1. September war es nun endlich so weit. Es war uns eine Ehre mit Freunden, langjährigen Partnern und treuen Wegbegleitern das Glas zu erheben und gemeinsam auf unser 30-jähriges Bestehen anzustoßen. Dabei durften zwei ganz besondere Menschen natürlich nicht fehlen – Betty Rutschke und Richard Roth. Ohne ihren Einsatz und ihre Weitsicht wären wir heute nicht da, wo wir jetzt stehen. Als angesehener Bildungsträger in der Region übernehmen wir von der Ersterziehung im Kindergarten über die schulische Ausbildung bis zum Abitur und die berufliche Aus- und Weiterbildung Verantwortung. Ab Oktober 2021 erweitert sich unser Portfolio zusätzlich um den Bereich des Studiums. Erstmals wird es in Fürstenwalde möglich sein, im Rahmen einer Kooperation mit der Fachhochschule des Mittelstandes, zu studieren.

Ohne ein starkes Netzwerk im Hintergrund wäre das alles nicht möglich. Deshalb gebührt unser Dank auch all jenen, die gemeinsam mit uns in den vergangenen Jahren dieses aufgebaut haben und stetig wachsen lassen. Wir möchten uns für die gute Zusammenarbeit und das entgegengebrachte Vertrauen bedanken und freuen uns auf eine weiterhin erfolgreiche Zusammenarbeit.

Ihr Thomas Enkelmann & Ihre Kirsten Schmitt
Geschäftsführer der Fürstenwalder Aus- und Weiterbildungszentrum gGmbH


 

 

Nähe trotz Distanz

Nähe trotz Distanz – so betreute das Team der sonderpädagogisch und sozialpädagogischen MitarbeiterInnen der FAWZ gGmbH die SchülerInnen in den letzten Monaten!

Die zurückliegenden Wochen und Monate haben allen PädagogInnen der FAWZ gGmbH viel Kraft, Verständnis, Ausdauer, Flexibilität und auch ein gewisses Maß an Gelassenheit abgefordert.

Dabei kam es nicht nur darauf an, Lerninhalte trotz Distanzunterricht zu vermitteln.

Mit dem besonderen Gespür für die individuellen Bedürfnisse der SchülerInnen, organisierte sich das sonder- und sozialpädagogisch arbeitende Personal in Absprache mit den zuständigen Klassen- und LerngruppenleiterInnen sowie der Schulleitung.

Ungewohnte Rahmenbedingungen erfordern kreative und pfiffige Lösungen.

Nachdem es in kurzer Zeit gelang, eine digitale Umgebung zu schaffen, kam es darauf an, den direkten Kontakt zu halten. Nicht jede SchülerIn verfügt über selbstorganisierende und selbstlernende Kompetenzen bzw. hatte die notwendigen technischen Voraussetzungen für ein erfolgreiches Homeschooling.

Was musste geschehen?

Die regelmäßigen, wöchentlichen Treffen aller SonderpädagogInnen der FAWZ gGmbH im Chat dienten dem Austausch, der kollegialen Weiterbildung und der Ideenfindung. Die dabei erarbeiteten Lösungen für die Arbeit mit den SchülerInnen waren vielfältig und sehr individuell:

  • Guten Morgen – Anrufe zur Tagesstrukturierung und der üblichen Frage: „Wie geht es dir?“
  • Unterstützung beim Lösen der Tagesaufgaben aus dem Schulchat
  • Dank der digitalen Infrastruktur des Schulträgers waren Video – Anrufe zu jeder Tageszeit möglich, konnten virtuelle Vier – Augen – Gespräche auch außerhalb der Unterrichtszeiten stattfinden
  • Einrichtung eines „Sorgentelefons“ mit Erreichbarkeit rund um die Uhr
  • individuelle Gespräche mit Eltern und SchülerIn besonders zu Themen wie: Motivation und Konzentration, Tagestrukturierung, Selbstorganisation, Arbeitsverhalten, und Ordnung
  • Unter Einhaltung der entsprechenden Hygiene- und Abstandmaßnahmen sowie der Beachtung der Anweisungen aus der jeweiligen Eindämmungsverordnung fand temporär auch Lernen in Kleinstgruppen für SchülerInnen mit besonderen Bedürfnissen statt
  • Gespräche mit Eltern und Kindern in Krisensituationen am Gartenzaun zu Hause oder in den Schulen
  • Hausbesuche und Spaziergänge dienten dem vertrauensvollen Gespräch zu Situationen – Information zu externen Unterstützungssystemen
  • Distanzlernen an einem anderen Ort für SchülerInnen, die vereinsamt, motivationslos oder auch isoliert waren

Am Standort des Schulcampus Königs Wusterhausen zu Beispiel organisierten Eltern eine digitale Weiterbildung zum Thema „Gesunde Ernährung“. Die SchülerInnen konnten an der Initiative Fit4Future Teens teilnehmen.

Weiterhin wurden Programme zum Erlernen von Stressbewältigungsstrategien, Entspannungstechniken, der Körperwahrnehmung durch die PädagogInnen entwickelt und den SchülerInnen zur Verfügung gestellt. Auch hier kam die digitale Lernumgebung zum Einsatz.

Über den firmeninternen „Corona Krisenkanal“ konnten sich wöchentlich Kollegen zu aktuellen Fragen informieren, eigene auch schulinterne Situationen beschreiben und gemeinsam Lösungsansätze entwickeln. Dadurch war ein schnelles Handeln möglich.

Trotz Distanz arbeiteten die Gremien der SchülerInnen   weiter. Das war wichtig, um Partizipation gerade in dieser Krisenzeit zu ermöglichen, dadurch Selbstwirksamkeit und Selbstkompetenz zu erhöhen.

Ihre Erfahrungen tauschen die PädagogInnen in den digitalen Beratungen regelmäßig aus. Für den Fall eines erneuten Distanzunterrichtes bzw. der möglichen Weiterführung von Distanz- und Wechselunterricht im Herbst dieses Kalenderjahres sind wir gut gewappnet. Neben einem reichen Erfahrungsschatz schreitet der Ausbau unserer firmeneigenen digitalen Welt weiter voran und wenn alles klappt, verfügt jede SchülerIn der FAWZ gGmbH zum Schuljahresbeginn auch über ein schülereigenes digitales Endgerät.

Montessori Pädagogik und Digitalisierung – Chance oder Fluch?

Beitrag von Schwester Petra Stelzner

Schwester Petra Stelzner ist Schwester der hl. Maria Magdalena Postel (SMMP).
Seit mehr fast 20 Jahren war sie als Dozentin der beiden deutschen Ausbildungsvereine der Montessori-Pädagogik: Montessori Vereinigung Aachen (MV) und Deutsche Montessori Gesellschaft (DMG) tätig. Drei Jahre lang war sie Geschäftsführerin der Aktionsgemeinschaft deutscher Montessori Vereine (ADMV).

Vier Jahre lang war sie Schulleiterin des Placida Viel Berufkollegs in Menden. Neben der pädagogischen Leitung war sie mitverantwortlich für die strategischen und finanziellen Entscheidungsbereiche der Schule. Seit 2005 ist Schwester Petra als freie Montessori-Trainerin und Supervisorin in Berlin tätig. 2007 gründete sie das „Montessori Seminar Berlin“, ein Aus-und Weiterbildungsinstitut für die Vermittlung der Montessori Pädagogik für Eltern, Lehrer und Erzieher, aber auch für Kinder, die einen individuellen Einstieg in die Montessori Pädagogik suchen.

Sr. Petra ist als Lehrbeauftragte an der Katholischen Fachhochschule für Sozialwesen Berlin tätig gewesen. In diesem Zusammenhang arbeitete sie an der Umsetzung der Montessori-Pädagogik für den Bereich der Seniorenhilfe. Mit Hilfe ihrer Studenten erstellte sie eine Studie über die Auswirkungen der MiA Materialien auf die Lebensqualität von Menschen in Senioreneinrichtungen. Diese Untersuchungen mündeten in die Entwicklung der Betreuungsmaterialien „Montessori im Alter“ (MiA).

2008 übernahm Sr. Petra Stelzner die Leitung der Montessori Manufactur in Berlin.

Seit 2021 ist Sr. Petra Pädagogische Mitarbeiterin und Lehrerin an der Beruflichen Schule der FAWZ gGmbH und unterrichtet zukünftige Erzieherinnen und Erzieher.

Montessori Pädagogik und Digitalisierung – Chance oder Fluch?

Montessori-Pädagogik ist vor fast genau 150 Jahren als eine Antwort auf das sog. „Bücherwissen“ des ausgehenden 19. Jahrhunderts entstanden. Sie ist eine Antwort im bunten Strauß der reformpädagogischen Modelle. Maria Montessoris Blick auf das Kind war dabei in besonderer Weise auf die Bedürfnisse des Kindes gerichtet, eine Sichtweise, die sie sich bis ins hohe Alter bewahrt hat.

Im Gegensatz zu anderen Ansätzen, z.B. von Piaget, hat sie ihre Materialen nicht am „grünen Tisch“ entwickelt, sondern sich von den täglichen Notwendigkeiten in der Umgebung der Kinder inspirieren lassen. Daraus hat sie ihre Materialideen entwickelt; die Kinder haben diese „geprüft“ und Anregungen für Weiterentwicklungen gegeben. So ist im Laufe der Jahre eine „vorbereitete Umgebung“ entstanden, die sich für die Einführung in die Kulturtechniken wie Lesen, Schreiben und Mathematik und für die Entwicklung der kindlichen Persönlichkeit bis heute bewährt hat.

Seit den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts hat sich nun ein neues, technisches Medium entwickelt, das Maria Montessori nicht bekannt war: die Digitalisierung von Daten, der Macht von 0 und 1. Viele von uns sind mehr oder weniger schnell in diese virtuelle Welt hineingewachsen und haben ihre Möglichkeiten, aber auch ihre Grenzen und Gefahren kennengelernt. Und wie bei allen tiefgreifenden Veränderungen, denen wir als Menschheit insgesamt ausgesetzt sind, stellt sich uns 2021 nicht wirklich die Frage, ob wir neue Medien nutzen, sondern vielmehr wie wir dies sinnvoll tun sollen und können?

Vielleicht werden Sie einwenden: Doch, genau um dieses „Ob“ geht es uns! Und vor allem im Kontext eines pädagogischen Handelns an einer Montessori-Grundschule.

Gerne wird dann die Frage gestellt: „Was hätte Maria Montessori getan?“ Da wir sie nicht mehr fragen können, ist diese Frage in meinen Augen müßig. Aber wir können uns die Frage stellen: Was sind die eigentlichen Ziele der Montessori Pädagogik? Und uns dann fragen, ob digitale Medien für diese Ziele ein adäquates Hilfsmittel sein können.

Ziele

Oberstes Ziel der von Maria Montessori entwickelten Pädagogik ist es, dem Kind zu helfen, seine Persönlichkeit mit ihren Möglichkeiten und Grenzen kennenzulernen und im Laufe der kindlichen Entwicklung zu entfalten.

Darum ist die Frage des Kindes, die es an sich selbst richtet: „Was will ich jetzt tun?“ die grundlegende Basis der Persönlichkeitsbildung. Entsprechend seinem Entwicklungsalter braucht das Kind einen konkreten Kontext, einen Raum an Möglichkeiten, der nicht sofort die Welt mit ihren unendlichen Möglichkeiten ist, sondern sich an den entwicklungspsychologischen Bedürfnissen des Kindes orientiert. Diese Bedürfnisse sind in verschiedenen Lebensaltern unterschiedlich. An ihnen orientiert Montessori ihre Materialien.

Material

Bei einem ersten Blick auf das Material stellen wir fest, dass viele davon aus Holz oder Metall gearbeitet sind. Einige sind im Laufe der Zeit auch in Kunststoff oder, z.B. bei den Übungen des täglichen Lebens, aus Glas oder Stein hergestellt. Dies könnte den Schluss nahelegen, dass in der Montessori-Pädagogik den naturbelassenen Materialien der Vorrang gegeben wird. Dies ist ein Trugschluss. Montessori hat sich sowohl bei den Materialien wie auch bei der Farbgebung von praktischen (Haltbarkeit) und ästhetischen Aspekten leiten lassen. Kulturkritische Absichten lagen ihr fern. So hat sie z.B. in einer späteren Auflage ihres Buches „Die Schule des Kindes“, das zuerst 1916 veröffentlich wurde, bei der Farbgebung der Perlen vermerkt: „Da nach dem Krieg keine braunen Perlen zu bekommen sind, können auch dunkelblaue genommen werden“ (SdK, engl. Ausgabe von 1921). Material und Farbe waren immer dem zu vermittelnden Zweck und den gegebenen Möglichkeiten untergeordnet.

Digitale Medien

Welchen Stellenwert haben nun digitale Medien? Sind sie Segen oder vielleicht doch Fluch?

Wir stellen fest:

  • für unsere Kinder sind die „neuen Medien“ oft nicht mehr so neu wie für uns; sie gehören zu der Generation, die in das digitale Zeitalter hineingeboren wurden;
  • wie bei fast allen neuen Entwicklungen geht es in entscheidender Weise um die Möglichkeiten des Umgangs mit ihnen. Hier entscheidet sich, ob sie nützlich und zielführend oder ablenkend und schädigend sind; daher trägt die Vorbereitung des Erwachsenen wesentlich zum Gelingen einer guten digitalen Montessoriarbeit bei.
  • PC´s und Tablets sind in erster Linie Hilfsmittel, die Kinder beim Erlernen der Kulturtechniken unterstützen können und sollen; das gesamte Spektrum der digitalen Möglichkeiten geht aber weit darüber hinaus. Fast alle Bereiche unseres täglichen Lebens sind davon durchdrungen. Und darum ist es für die heutige Erziehung eine Notwendigkeit, gemeinsam mit den Kindern die Möglichkeiten und Grenzen dieser digitalen Welt als Teil unserer Kulturwelt zu erkunden und zum Guten nutzen zu lernen! Ein Selfie meines selbstzubereiteten Mittagessens in sozialen Netzwerken zu teilen wird und soll dabei nie eine gemeinsame Mahlzeit ersetzen, aber so wie ich früher ein Stillleben von einem gedeckten Tisch gemalt oder in einem Brief davon erzählt habe, so kann dieses Foto heute ein Element der Kommunikation zwischen uns sein. Durch die digitale Nachbearbeitung kann ich es noch mit einer emotionalen Komponente versehen und ein Emoji sagt manchmal mehr als tausend Worte…

Die Frage nach Sinn oder Unsinn im Umgang mit digitalen Medien richtet sich daher mehr an uns als an unsere Kinder. Wir müssen

  • die kindlichen Entwicklungsstufen berücksichtigen
  • das Leben in der realen Welt faszinierend und lebenswert erfahrbar machen
  • keine Angst vor den Abgründen der digitalen Welt haben, aber gemeinsam lernen, wie ich mich dabei verhalten soll.

In den Händen von Montessorianern, die verstehen, dass ihr Bildungsziel nicht die bloße Übermittlung einer größeren Menge an Informationen ist, sondern die Kultivierung der Persönlichkeit selbst, kann die digitale Technologie für die vorbereitete Umgebung bei Montessori auch im Elementarbereich dazu beitragen, unseren Kindern „die ganze Welt zu geben“.

Und lassen wir uns vielleicht das eine oder andere Mal von unseren Kindern an der Hand nehmen, wenn sie uns helfen wollen, mit dem Tablet oder Handy es „selbst zu tun“.

Sr. Petra Stelzner

Einladung zur Podiumsdiskussion „Digitale Bildung an der FAWZ gGmbH“

Liebe Eltern, liebe Schülerinnen und Schüler,
liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,
sehr geehrten Damen und Herren, 

das Thema Digitalisierung bewegt uns alle, denn Digitalisierung ist so viel mehr als nur einen Computer zu besitzen, mit dem man eben schneller schreiben und rechnen kann. Wenn man Digitalisierung richtig betreibt, macht man aus einer Raupe einen Schmetterling, sagt der Wissenschaftler Georg Westermann am MIT, aber wenn man es falsch macht, hat man hinterher nur eine schnellere Raupe. 

Darüber wollen wir reden und Sie herzlich dazu einladen, zur digitalen Podiumsdiskussion der FAWZ, zum Thema: 

„Digitale Bildung an der FAWZ –
Chancen und Herausforderungen für die digitale Welt von morgen“

 

Unsere Gäste sind: 

Björn Stecher (Moderator)      Datenstratege, Datenschutzbeauftragter und
                                                Unternehmensberater, Königs Wusterhausen 

Thomas Enkelmann               Geschäftsführer der FAWZ gGmbH 

Stefanie Lahm                        Gesamtelternsprecherin der FAWZ-Gesamtschule,
                                               Königs Wusterhausen

Susanne Babies                    Stellv. Schulleiterin der Montessori Grundschule,           
                                               Königs Wusterhausen

Jasmin Baumgarten              Schülerin der FAWZ-Gesamtschule,
                                               Königs Wusterhausen 

Podiumsdiskussion

Datum: Montag, 7. Juni 2021
Uhrzeit:17.00 Uhr

Den Impulsvortrag hält: Sandy Jahn, Referentin für digitale Bildung der Initiative D21 e.V.

 

Technisch begleitet uns während dieser Veranstaltung Olaf Menzel, der für Sie im Anhang Hinweise zur Teilnahme an unserer digitalen Podiumsdiskussion zusammengefasst hat. 

Anmeldelink zur Registrierung

https://eu01web.zoom.us/meeting/register/u5ItdOygpzosGNxCSEgHgmm0fufbW4XtqbaA

Wir freuen uns über Ihr Interesse und Ihre Anmeldung. Sie können sich gerne auch via Chatfunktion mit Fragen an der Diskussion beteiligen. 

 

Montessori Grundschule Hangelsberg_Handout Elternkonferenz_19.05.2021


Technischer Hinweis:
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Ihre Kirsten Schmitt & Ihr Thomas Enkelmann
Geschäftsführer der Fürstenwalder Aus- und Weiterbildungszentrum gGmbH

Herausforderungen der Digitalisierung

FAWZ_Geschäftsführer-Thomas-Enkelmann-Kirsten-Schmitt

Dieser Artikel erschien am 26. Mai 2021 im Spreebote Online.

Das Recht auf Bildung ist ein Grundrecht, auf dem unser Bildungssystem beruht. Schon vor Pandemiezeiten wurde in verschiedenen Gremien die Digitalisierung im Schulbildungssystem angeregt, aber noch nicht so sehr manifestiert. Es war eher eine Ausrichtung in die Zukunft. Einzelne Schulen, die sich schon frühzeitig mit zaghaften Schritten diesem Thema näherten, sind heute die glücklichen Gewinner. Oftmals als Pilotprojekt gefördert, können sie heute alle anderen intensiv unterstützen. Die Digitalisierung, die heute von der Gesellschaft als die Zukunft gepriesen wird, hat aber gerade erst begonnen, und der damit verbundene Aufbruch zu neuen Ufern entfesselt bei Pädagogen, Kindern, Eltern, Erziehern und Lehrern unterschiedliche Emotionen. Es muss einfach an alles gedacht – und auch umgedacht – werden. Es wird Fehler geben, aber Fehler sind nun mal Bestandteil des Lernens und der Weiterentwicklung.

Im Gespräch mit dem Geschäftsführer der FAWZ gGmbH, Thomas Enkelmann, und Marion Micheel, Referentin für Schulentwicklung und Qualität, machten beide deutlich, wie diese Herausforderung der Digitalisierung in ihrem Schulverbund Formen annimmt. Mit der Pandemie kam die Digitalisierung erst richtig in Fahrt, das war dem Homeschooling der Kinder geschuldet, die ja nicht in die Schule kommen konnten. Und da fingen die Probleme an, richtig sichtbar zu werden: Die unterschiedliche technische Ausstattung der Kinder zu Hause und das Internet in Verbindung mit der Schule stellten alle Eltern, Kinder und Lehrer vor die Frage, wie man es zukünftig besser machen kann.

Themen waren dabei WLAN, technische Voraussetzungen, Lehrinhalte, Technik erlernen und vieles mehr. Der Druck der Schüler und Eltern, aber auch der Lehrer wuchs und gab Anlass, sich mit der Komplexität der Bildung noch mehr im Kleinteiligen auseinanderzusetzen. In diesem Chaos der Möglichkeiten muss es ein klares Ziel geben, waren sich Thomas Enkelmann und Marion Micheel einig, das hätte die eigene Erfahrung und die der Pilotprojektler in vielen Fachgesprächen ergeben. Den Lernenden muss ein Instrument an die Hand gegeben werden, was gleichzeitig zwei Prämissen erfüllt: Alle haben das gleiche Gerät und alle sind gleichgestellt, egal aus welchen Blickwinkeln man es betrachtet. Jeder Schüler hat damit die gleichen Grundvoraussetzungen, um seinem Bildungsdrang frei von Problemen der Technik nachzugehen. Tablet und Notebook von Microsoft sind nun die gefeierten Instrumente, mit denen alles möglich ist. Das ist allerdings nur ein Grundbaustein, die Frage der Software sowie der Programme und des ausreichenden WLAN an den Schulen ist grundsätzlich geklärt.

Im Schulverbund der FAWZ gGmbH ist geregelt, dass die Grundschüler der 1. bis 3. Klassen ein Tablet mit altersentsprechenden Programmen bekommen, die Schüler der 4. bis 6. Klassen erhalten ein Notebook mit Erweiterungen. Ab der 7. bis 13. Klasse ist es mit komplexeren Details bestückt und enthält alle erforderlichen Inhalte zum Lernen. Darüber hinaus bekommen die Schüler unterschiedliche Kompetenzen zugeteilt, inwieweit sie auf ihre Netzwerke zugreifen können. Die Eltern müssen allerdings eine kleine Aufwandsentschädigung zahlen, die sich aber minimal gestalten wird. Der Träger übernimmt die Versicherungsleistung, damit die Geräte im Fall der Fälle gesichert sind.

Das Thema Digitalisierung ist mit der technischen Ausstattung bei weitem noch nicht zu Ende gedacht. Im Gespräch zeichnet sich klar ab, dass man die Bildung ganz neu definieren muss – und zwar über den Inhalt.

Referentin Marion Micheel ist der festen Überzeugung, dass es die Aufgabe der Schule ist, die Kinder auf ihr zukünftiges Leben und die Arbeitswelt vorzubereiten. Genau das sei die Aufgabe von Bildung. Dabei spielen natürlich in erster Linie die Lehrer eine große Rolle, denn sie sind es, denen diese große Aufgabe in der Hauptsache zukommt. Sie sind es aber auch, die mehr denn je mit inhaltlichem und technischem Rüstzeug umgehen müssen. Was wiederum bedeutet, dass der Lehrplan neu definiert und umgedacht werden muss. Denn auch die Lehrer müssen geschult werden, für sie eröffnen sich immer mehr Wege bei der Digitalisierung. Es gibt Lehrer, denen fällt die neue Aufgabe leichter als anderen. Zurzeit ist ein Umbruch auf allen Ebenen zu spüren, um diesen zu kompensieren und alle aufkommenden Fragen zu klären, muss noch viel erarbeitet werden – und zwar in Teamleistung.

Die schnell voranschreitende Digitalisierung schürt auch Ängste bei einigen Eltern, denen das viel zu schnell geht. Sie fühlen sich überrannt und würden es lieber sehen, wenn sich die Kinder erst später mit dem Internet und den damit verbundenen Risiken auseinandersetzen würden. Was macht das mit dem Kind? Diese und viele andere Fragen versucht derzeit die Lehrerschaft zu klären. Die Aufklärungsarbeit darf dabei nicht auf der Strecke bleiben, darum ist man bemüht, mit den Eltern ins Gespräch zu kommen. Derzeit ist das nicht so einfach, schildert Marion Micheel, aber man sei bestrebt, die Eltern im Digitalraum mit Elternbriefen auf dem Laufenden zu halten. Angenehmer wäre es natürlich, wenn man sich dabei gegenübersitzen könnte. Man geht davon aus, dass dies mit den teilweisen Lockerungen bestimmt zukünftig wieder möglich sein wird.

Christoph Ulbricht
Spreebote Online